- Vereinigtes Königreich
- 5. Juli 2021
- Lesezeit: 3 Minuten
Globale Klimapolitik: Der Druck auf den Finanzsektor steigt vor der COP26 in Glasgow im kommenden November
Das Wichtige in Kürze
Das Ziel der Arbeitsgruppe "Finanzsektor" für die Klimakonferenz COP26 ist einfach formuliert: sicherzustellen, dass jede professionelle Finanzentscheidung den Klimawandel berücksichtigt. Der Finanzsektor gilt als der entscheidende Hebel, um das im Pariser Abkommen vereinbarte Ziel zu erreichen, den globalen Temperaturanstieg auf unter 2°C gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Erforderlich ist ein gesamtwirtschaftlicher Transformation - jedes Unternehmen, jede Bank, jeder Versicherer und jeder Investor muss seine Geschäftsmodelle anpassen, glaubwürdige Pläne für den Übergang entwickeln und diese umsetzen.
"Wir werden unseren Weg zu Netto-Null nicht durch Schrumpfen bewältigen, wir müssen unseren Weg dorthin investieren." Mark Carney, UN-Sondergesandter für Klimaschutz und ehemaliger Gouverneur der Bank of England
Um was geht es
Der nächste Weltklimagipfel (offiziell COP26 genannt, für die 26. Vertragsstaatenkonferenz) wird im kommenden November in Glasgow, Schottland, stattfinden. Es wird der Höhepunkt einer beispiellosen politischen Klima-Kampagne sein. Im Mittelpunkt des Interesses: der Finanzsektor. Die Gründung des "COP26 Private Finance Hub" unter der Leitung von Mark Carney in seiner Funktion als UN-Sonderbeauftragter wird sich auf den Aufbau eines Systems konzentrieren, das private Finanzmittel mobilisiert, um die Umgestaltung unserer Volkswirtschaften in Richtung Netto-Null zu unterstützen.
Der Finanzsektor gilt als entscheidender Hebel, um das im Pariser Abkommen vereinbarte Ziel zu erreichen, den globalen Temperaturanstieg auf unter 2°C gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Erforderlich ist ein gesamtwirtschaftlicher Transformation - jedes Unternehmen, jede Bank, jeder Versicherer und jeder Investor muss seine Geschäftsmodelle anpassen, glaubwürdige Pläne für den Übergang entwickeln und diese umsetzen. In Anerkennung des Ausmasses der Aufgabe haben sich inzwischen 125 Länder, darunter die Hälfte der G20, dazu verpflichtet, bis spätestens 2050 netto null zu produzieren.
Warum ist das wichtig
Nach fast 30 Jahren seit der Rio-Konferenz 1992, auf der die Wirtschaft zum Handeln im "aufgeklärten Eigeninteresse" aufgefordert wurde, hat sich das regulatorische Klima verschoben: Der Druck auf den Finanzsektor nimmt rapide zu. Die jüngste Veröffentlichung der Carney-Kommission mit dem Titel "BUILDING A PRIVATE FINANCE SYSTEM FOR NET ZERO - Priorities for private finance for COP26" gibt einen wichtigen Überblick darüber, was die Finanzwelt erwarten kann. Das vorgeschlagene Rahmenwerk wird im Mittelpunkt der Glasgow-Konferenz stehen und beinhaltet:
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Berichterstattung: Verbesserung der Quantität, Qualität und Vergleichbarkeit von klimabezogenen Daten durch die Implementierung eines gemeinsamen Rahmens, der auf den Empfehlungen der Taskforce for Climate-related Financial Disclosures (TCFD) aufbaut.
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Risikomanagement: Sicherstellen, dass der Finanzsektor klimabezogene Finanzrisiken messen und steuern kann.
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Renditen: Investoren helfen, die Chancen des Übergangs zu Netto-Null zu erkennen und zu berichten, wie ihre eigenen Portfolios auf den Übergang ausgerichtet sind.
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Mobilisierung: Erhöhung der privaten Finanzströme in Schwellen- und Entwicklungsländer, indem verfügbares Kapital mit investierbaren Projekten verbunden wird und neue Marktstrukturen gefördert werden.
Die Globalance-Sicht
Covid hat den Fokus auf nachhaltiges Investieren intensiviert und es von der Peripherie in den Mainstream gebracht. Es ist mit das strategischste Thema für Finanzinstitute geworden.
Es ist seit langem eine der Überzeugungen von Globalance, dass die verschiedenen globalen Transformationen (z.B. Energie, Mobilität, Ernährung, etc.) enorme kommerzielle Möglichkeiten darstellen. Es wird prognostiziert, dass sich allein die Investitionen in die Infrastruktur für erneuerbare Energien jedes Jahr verdoppeln und dies über 30 Jahre hinweg. Daher begrüssen wir diese Bemühungen, die notwendige Transparenz und Datengrundlage zu schaffen.
Wir beobachten jedoch mit Sorge, dass viele Unternehmen, die ihre Netto-Null-Pläne schnell veröffentlicht haben, nicht im erforderlichen Umfang tätig werden. Es wird an den relevanten und legitimen Stakeholdern liegen (z.B. Aktionären, Aufsichtsbehörden, Zivilgesellschaft), ein robustes Mass an Kontrolle aufzubauen, um sowohl die Wirtschaft als auch die Finanzwelt in die Pflicht zu nehmen.
