- Niederlande
- 9. Oktober 2020
- Lesezeit: 2 Minuten
Vom Bauern bis zur Konsumentin - alle sind gefordert, besonders die Food-Industrie
Das Wichtige in Kürze
«Wir können und müssen mehr tun für eine nachhaltigere und sozialere Welt». Die grossen Multis der Nahrungsmittelbranche wollen deshalb ihre Geschäftsmodelle radikal neu ausrichten. Besonders aktiv ist der britische Unilever-Konzern.
Besseres Essen und Trinken ist wichtig für unsere Gesundheit und die unseres Planeten
Um was geht es
Essen und Trinken. Beides gehört zu den menschlichen Grundbedürfnissen. Diese Feststellung mag trivial erscheinen. Doch für Menschen, denen es nicht bloss ums Essen oder Trinken geht, sondern ums GUT Essen und Trinken ist es dies keineswegs. So hat es sich auch in der Corona-Pandemie immer wieder bestätigt: Wer die Qualität von Lebensmitten nicht beachtet oder nicht beachten kann, lebt buchstäblich lebensgefährlich. Bitter: Wegen der Covid19-Seuche werden nach Schätzung der Weltbank zusätzliche 40 bis 60 Millionen Menschen alles essen und trinken, was ihnen in die Finger kommt. Mit verheerenden Folgen: So sind in verschiedenen Ländern Menschen nach dem Genuss von selbst erzeugtem Bier und Wein gestorben.
Warum ist das wichtig
Lebensmittelskandale sind aber auch den Industriestaaten an der Tagesordnung. Wer die Stichworte Food and Scandal bei Google eingibt, erhält über 100 Millionen Einträge. Dazu kommen die fast endlosen Diskussionen über die Gesundheit der industriell hergestellten Nahrungsmittel. Diese enthielten zu viel Zucker, zu viel Salz, zu viel Zusatzstoffe, zu viel Fett und so weiter und so weiter. Die Liste der Vorwürfe an die Foodgiganten ist ellenlang.
Besser essen und trinken ist aber nicht nur aus Sicht des Konsumenten unabdingbar, sondern ebenso dringend aus Sicht der Umwelt. Die Aufgabe erscheint gigantisch: Wegen der immer noch wachsenden Weltbevölkerung muss das globale Angebot an Nahrungsmitteln in den nächsten 30 Jahren um gut die Hälfte gesteigert, der CO2-Ausstoss und andere Umweltschäden aber gleichzeitig halbiert werden.
Die Grossen der Nahrungsmittelbranche sind also gefordert. Und sie wissen, dass sie sowohl in ihrem Kerngeschäft wie auch in ihrem Umweltverhalten besser werden müssen. Nach eigenen Verlautbarungen sind sie auch bereit, ihre Geschäftsmodelle radikal neu ausrichten. Besonders engagiert zeigt sich der Unilever-Konzern, der nicht nur in seiner Umweltpolitik, sondern auch bezüglich der unternehmerischen Leistungswerte seinen grössten Konkurrenten häufig einen Schritt voraus ist.
In ihrem umfassenden Nachhaltigkeitsplan fordert Unilever eine neue Produktivitätsrevolution, bei der alle technologischen Möglichkeiten eingesetzt werden sollen, seien es Hightech-Gewächshäuser in der Nähe der Städte, Ernteroboter oder die Digitalisierung der Landwirschaft. Neben dem freien Markt mit seiner Innovationskraft, sei dafür auch viel privates Kapital erforderlich.
Die Globalance Meinung
- Die Versorgung mit Lebensmitteln hat in der Corona-Krise gut funktioniert Doch die Herausforderungen bleiben enorm: Es gilt die Produktion bis 2050 um die Hälfte zu steigern und dabei immer weniger Ressourcen zu verbrauchen, Böden zu schädigen, das Klima zu schützen usw.
- Wir haben Unilever im Portfolio. Sie sind eine positive Kraft für nachhaltige Veränderungen in der Industrie. Von Stakeholdern wird das Unternehmen als glaubwürdig anerkannt.
- Auch der Leader ist nur relativ der Beste – in absoluten Grössen gemessen, braucht es noch mehr Konsequenz, globale Kooperation und schärfere gesetzliche Rahmenbedingungen, die es Trittbrettfahrern schwer machen, Umweltstandards zu umgehen.
- Alle Unternehmen und Stakeholder entlang der gesamten Wertschöpfungskette vom Bauern bis zum Konsumenten müssen mindestens einen Gang hochschalten, um ein wirklich nachhaltiges Leben zu ermöglichen.
