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Palmöl - Es steckt mehr dahinter, als wir denken

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Das Wichtige in Kürze

Würde ein Verbot von Palmöl die Situation für Mensch und Umwelt verbessern? Die Antwort ist "nein", weder aus ökologischer noch aus sozioökonomischer Sicht. Palmöl ist seit langem ein starkes Symbol für Umweltzerstörung. 70 % des weltweiten Palmöls wird für Lebensmittel verwendet, entweder direkt als Pflanzenöl oder als Zutat in einer Vielzahl von verarbeiteten Lebensmitteln, vom Schokoladenaufstrich bis zur Tiefkühlpizza. Die anderen 30% werden in der Industrie verwendet, beispielsweise für Kosmetika oder Biotreibstoffe. Die Frage für verantwortungsbewusste Investoren: Sollte man Palmöl verbieten und aus dem Portfolio verbannen? Hier lassen wir einen Experten erklären, warum die Antwort "Nein" lautet. Als Konsequenz setzt sich Globalance bei Zukunftbeweger-Unternehmen dafür ein, dass die Nachhaltigkeitskriterien für Palmöl immer strenger werden. Auch die Entwicklung von Alternativen durch Präzisionsfermentation verfolgen wir aufmerksam.

"Ein Verbot würde die Nachhaltigkeit nicht verbessern, weder aus ökologischer noch aus sozioökonomischer Sicht. Aber strengere Regeln sind definitiv erforderlich." Matin Qaim, Professor für Agrarökonomie und ländliche Entwicklung, Universität Göttingen, Deutschland

Um was geht es

Palmöl ist seit langem ein starkes Symbol für Umweltzerstörung. Denken Sie an Bilder von Baby-Orang-Utans oder Kettensägen in unberührten Tropenwäldern. Palmöl ist auch eines der umstrittensten Themen, mit denen Lebensmittel- und Kosmetikunternehmen konfrontiert sind. Aufsichtsbehörden auf der ganzen Welt denken darüber nach, Palmöl ganz zu verbieten. Die bisherigen Bemühungen um Best Practices waren nicht effektiv genug. Business-NGO-Partnerschaften wie der Roundtable on Sustainable Palmoil, RSPO, werden routinemässig dafür kritisiert, dass sie keine echten Durchsetzungsmechanismen haben. Hier präsentieren wir einen kurzen Artikel, der zeigt, warum ein Verbot von Palmöl nicht der beste Weg nach vorne ist. Erstens würde das bedeuten, dass die Nachfrage nach Pflanzenöl durch eine höhere Produktion anderer Ölpflanzen, wie Soja, Sonnenblumen oder Raps, gedeckt werden müsste. Dies würde viel mehr Land erfordern, da die Ölpalme 3-4 mal mehr Pflanzenöl pro Hektar produziert als jede dieser anderen Pflanzen. Daher würde der Ersatz von Palmöl durch andere Pflanzenöle zu einem noch höheren Verlust an Wald und anderen natürlichen Lebensräumen führen. Zweitens werden über 40 % der gesamten Palmölfläche nicht von grossen Unternehmen, sondern von kleinen Familienbetrieben mit einem durchschnittlichen Landbesitz von weniger als fünf Hektar bewirtschaftet. Untersuchungen zeigen, dass diese Kleinbauern erheblich vom Anbau dieser Kulturpflanze profitieren.

Warum ist es wichtig

Palmöl ist ein wichtiger "Aufhänger" für Themen wie Klimawandel, Verlust der Artenvielfalt und Armut. Um diesen globalen Herausforderungen zu begegnen, müssen die Prinzipien nachhaltiger Palmöl-Praktiken und deren Durchsetzung gestärkt werden. Verantwortungsbewusste Investoren werden nur solche Unternehmen in ihr Portfolio aufnehmen, die sich an solche Prinzipien halten und den Systemwandel in ihrer jeweiligen Wertschöpfungskette anführen.

Die Globalance Sicht

Palmöl ist ein weiteres perfektes Beispiel, das die Vielschichtigkeit lokaler, regionaler und globaler Probleme im Zusammenhang mit weit verbreiteten Rohstoffen veranschaulicht. Als informierter, verantwortungsbewusster Investor setzt sich Globalance für Transparenz, Rechenschaftspflicht und positive Wirkungen ein. Deshalb investieren wir nur in Projekte, Fonds oder Unternehmen, die eine solide Erfolgsbilanz vorweisen können. Diese stellen die finanziellen und technischen Ressourcen zur Verfügung, die zur Verbesserung ganzer Wertschöpfungsketten und deren Skalierung erforderlich sind.

Darüber hinaus verfolgen wir auch die Entwicklungen im Bereich der Präzisionsfermentation genau: Einige Unternehmen entwickeln neue Formen von Mikroorganismen (Hefen), um Palmitinsäure, der Hauptbestandteil von Palmöl, in Chargen zu produzieren. Dabei wird Zucker aus Lebensmittel- und Agrarabfällen verwendet. Wenn dies in grossem Massstab umgesetzt werden kann, wäre eine solche herstellende Methode der Ölproduktion deutlich besser für die Umwelt und billiger als Palmöl aus der industriellen Landwirtschaft.

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