Insights

Laden…

Grüne Haie kreisen um ExxonMobil: Aktive Aktionäre werden zu aktivistischen Aktionären

Zugehörige Anlagen

Das Wichtige in Kürze

Jahrzehntelang war ExxonMobil eine unaufhaltsame Maschine und der Neid der Ölindustrie. Jetzt ist diese Maschine zusammengebrochen - und Exxons Kritiker schlagen zu. Aktivistische Aktionäre fordern Sitze für Klimaexperten im Vorstand.

"Wir verstehen, dass ExxonMobil sich vieler der von uns angesprochenen Punkte bewusst ist und in Bezug auf viele von ihnen grundlegende Meinungsverschiedenheiten hat. Wir erkennen auch an, dass über diese Themen in gutem Glauben debattiert werden kann, wie es in jeder Branche der Fall ist, die vor langfristigen Veränderungen steht. Wir glauben jedoch, dass es angesichts der lang anhaltenden Minderrendite des Unternehmens und der Herausforderungen, vor denen es steht, für die Aktionäre an der Zeit ist, sich einzubringen. Während die Idee, dass ExxonMobil Rendite vor Wachstum stellt, seine strategischen Optionen diversifiziert und seine Rolle in der Energiewende neu bewertet, in den vergangenen Jahren weit hergeholt schien, haben uns unsere Gespräche mit vielen Führungskräften aus der Energiebranche, Analysten sowie öffentlichen und privaten Investoren zuversichtlich gestimmt, dass die Zeit für Veränderungen im Unternehmen gekommen ist." Engine No.1 und CalSTRS, Exxon Aktionäre

Um was geht es

In den letzten Jahren gab es bei Exxon immer wieder Unstimmigkeiten zwischen den Aktionären, vor allem an der Klimafront. Aktivisten haben Vorschläge eingebracht, die Exxon zwingen sollten, Emissionsziele offenzulegen, sein Klimarisiko einem Stresstest zu unterziehen und die Rollen von CEO und Chairman zu trennen. Aber im Gegensatz zu diesen Kämpfen sieht sich Exxon jetzt einer Kampagne gegenüber, die die Kontrolle über die Sitze im Aufsichtsrat übernehmen will. Aktivistische Investoren haben vier Personen mit starken Referenzen in der Clean-Tech-Branche bekannt gegeben, die sich bereit erklärt haben, für den Exxon-Vorstand nominiert zu werden. Lesen Sie den vollständigen Aktionärsbrief.

Warum ist das wichtig

Shareholder Engagement gilt als eine der wichtigsten Aktivitäten für Investoren, um eine positive Wirkung anzustreben. Über freundliche Gespräche hinter verschlossenen Türen hinaus setzen nun einige der wichtigsten (institutionellen) Investoren auf das Regelwerk aktivistischer Aktionäre ("Haie"), die schon lange wissen, wie man Druck auf Unternehmen ausübt. Investor "Engine No. 1" hat sich mit CalSTRS, dem California State Teachers' Retirement System, zusammengetan, das mehr als 300 Millionen Dollar an Exxon-Aktien hält. Diese Eskalation verdeutlicht die dramatischen wirtschaftlichen Folgen des Klimawandels für die Ölkonzerne: Der Vorstoss gegen ExxonMobil kommt, da die Aktien des Unternehmens in diesem Jahr um mehr als 40% gefallen sind. Auch wenn ein Teil des Rückgangs auf die Schwäche der Ölpreise zurückzuführen ist, ist Exxon auch hinter den anderen Unternehmen zurückgeblieben. Exxon gab letzte Woche bekannt, dass es bis zu 20 Mrd. USD auf seine Erdgasanlagen abschreiben würde. Darüber hinaus musste Exxon auf eine erhöhte Verschuldung zurückgreifen, um in der Lage zu sein, seine Dividendenzahlungen aufrechtzuerhalten.

Die Globalance Sicht

Finanzhaie oder «Heuschrecken» sind gefürchtet für ihr kompromissloses Vorgehen, die Firmen zerschlagen oder in den Ruin treiben können. Dass sich nun ausgerechnet verantwortlich handelnde Investoren aus dem Regelbuch der Aktivisten bedienen ist bemerkenswert: Im Fall von Exxon wird explizit das strategische Thema Klima bzw. Clean Tech als der entscheidende Treiber gesehen, den Wert der Unternehmung langfristig zu steigern. Es spannend, die nächsten Entwicklungen in dieser Geschichte zu verfolgen.

Sichern Sie sich die neusten Insights

Jetzt anmelden