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E-Scooter: Ärgernis oder Zukunftbeweger?

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Das Wichtige in Kürze

Um die Klimaziele zu erreichen, ist es entscheidend, dass der Verkehrssektor tiefgreifend verändert wird. E-Scooters können zu den Gewinnern der konsequenteren Beachtung der Umweltziele gehören, wenn sie intelligent in eine Gesamtverkehrspolitik eingebettet werden.

Nicht weniger Mobilität, sondern bessere Mobilität

Worum es geht

«Nur kein Verkehr, ist guter Verkehr», predigen Puristen. «Bleiben Sie zu Hause», das Leitmotiv der Corona-Krise, war folglich auch gehörig Wasser auf ihre Mühle. In der Tat hat diese Pandemie dem stetig zunehmenden Mobilitäts- oder Verkehrsproblem eine unerwartete Verschnaufpause verschafft. Diese wird aber mit Sicherheit nur von kurzer Dauer sein. Denn die Mobilität ist eine Grundvoraussetzung der westlichen Wirtschaft und Gesellschaft. Der Mensch soll frei entscheiden können, wo er wohnen, wo er arbeiten, wo er seine Freizeit verbringen will.

Teil der Lösung des Mobilitäts- oder Verkehrsproblems in den Städten könnte ein kleines, bisher eher wenig beachtetes Fahrzeug sein, der überaus energieeffiziente E-Scooter.

Warum es wichtig ist

Die Welt im 21. Jahrhundert ist nicht nur durch ein wachsendes Mobilitätsbedürfnis, sondern auch durch eine zunehmende Vielfalt an Mobilitätsformen gekennzeichnet. Vernetzt, digital, emissionsfrei und gemeinsam genutzt, sind die wichtigsten Stichworte für die neuen Formen der Mobilität. Die auffälligsten Trends: Alternative Antriebssysteme ersetzen den Verbrennungsmotor, das autonome Fahren ist greifbar nah und der Besitz eines Autos verliert an Bedeutung. Digitale Mobilitätsdienste und neue Mobilitätsformen wie E-Bikes oder E-Scooters werden die Art und Weise prägen, wie Menschen und Güter in Zukunft von A nach B gelangen. «Auf die Kleinen setzten». Verschiedene Stadtregierungen vor allem in Deutschland, Frankreich in den USA sind fest überzeugt, dass insbesondere E-Scooter (E-Trottinette) einen Beitrag zur nachhaltigen Mobilität in den Zentren leisten können. Sie bieten eine ganze Reihe von Vorzügen: Sie sind klein, wendig, leise und brauchen keinen Parkraum. Ideal sind die kleinen Flitzer für die letzte Meile zum Arbeitsplatz oder zur Wohnung. Vor allem aber: Im Vergleich zu anderen motorisierten Fahrzeugen sind die E-Scooter hocheffizient. In der Tat: Ein durchschnittlicher PKW legt mit der Energiemenge von einer Kilowattstunde eine Strecke von rund zwei Kilometern zurück, ein E-Scooter kommt mit der gleichen Energiemenge mehr als vierzigmal so weit. Jede auf einen Roller verlagerte PKW-Fahrt führt also zu erheblichen Energieeinsparungen und zur Verminderung von klimaschädlichem CO2.

CHANCEN Womit aber auch gesagt ist, dass E-Scooter vor allem dann zur Problemlösung der Mobilitätsprobleme in den Zentren beitragen, wenn sie als (Teil)Ersatz für Autos oder Motorräder dienen und nicht als Alternative für Velos oder für das zu Fuss gehen. Unumgänglich ist sodann eine überlegte Integration dieses wendigen Fahrzeugs in den übrigen Verkehr, sollen nicht die Unfallrisiken markant steigen.

RISIKEN Die weltweite Autoflotte wird sich bis 2050 verdreifachen. Nirgends steigen die Treibhausgase schneller als im Verkehrssektor. Und 95 Prozent des weltweiten Verkehrs basieren auf fossilen Brennstoffen. Und der Verkehrssektor deckt seine negativen Kosten (die so genannten Externalitäten wie etwa die Treibhausgase) bei weitem nicht.

Für die EU belaufen sich die direkten Kosten der Mobilität auf rund 300 Milliarden Euro pro Jahr. Die Externalitäten (Unfälle, Luftverschmutzung, Klimawandel, Lärm, Abgase und der Verlust der biologischen Vielfalt) werden dagegen auf 1000 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt. Angesichts dieser massiven Probleme des Autos, macht jeder mögliche Ersatz durch E-Trottinette viel Sinn. Wird dieses Gefährt allerdings nur für Strecken verwendet, die man auch zu Fuss oder mit dem Velo machen könnte, bleibt von diesen Vorteilen nicht mehr viel übrig.

Die Globalance Sicht

  • Um die Klimaziele zu erreichen, ist es entscheidend, dass der Verkehrssektor tiefgreifend verändert wird.
  • E-Scooters können zu den Gewinnern der konsequenteren Beachtung der Umweltziele gehören, wenn sie intelligent in eine Gesamtverkehrspolitik eingebettet werden
  • Ein Einsatz von E-Scooters bloss als Ersatz fürs Velofahren oder Gehen bringt für die Umweltpolitik nichts.
  • Es liegt an den Investoren, die Projekte der Zukunft zu identifizieren und zu finanzieren.

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