- Vereinigte Staaten von Amerika
- 30. Oktober 2020
- Lesezeit: 2 Minuten
Was Google & Co. im Gesundheitssektor vorhaben
Das Wichtige in Kürze
Künstliche Intelligenz wird den Gesundheitssektor in den kommenden Jahren revolutionieren. Doch die grossen amerikanischen Tech-Firmen sind in der Vergangenheit mit ihrer ersten Offensive gescheitert. Jetzt wollen sie das Thema anders angehen.
Tech-Firmen müssen lernen, dass die Medizinbranche anders tickt, als die meisten Gesellschaftssysteme
Um was geht es
Dank künstlicher Intelligenz sollen Ärzte bessere Entscheidungen treffen und so nicht nur Leben retten, sondern auch effizientere und bessere Behandlungsmethoden finden. Dabei ist die Auswertung von persönlichen Daten essentiell. Dies ist gleichzeitig aber auch die grösste Hürde, welche in diesem Bereich zu nehmen ist. Während das Messen des eigenen Herzschlags mittels Smart Watch und die Übermittlung dieser Daten an den Anbieter der Uhr (z.B. Apple) verkraftbar scheint, ist für viele die private Krankenakte unantastbar.
Dies macht es für die Entwickler schwierig, Algorithmen zu entwickeln, die den Ärztinnen und Ärzten helfen können. Denn: Die künstliche Intelligenz ist immer nur so gut, wie die zugrundeliegenden Daten und diese sind schwer zu kriegen. Dies hat Google hautnah erlebt, als sich das Unternehmen dem Gesundheitssektor zum ersten Mal annäherte. Der Tech-Riese geriet ins Kreuzfeuer, als er tausende von Krankenakten seinem Algorithmus zuführen wollte – ohne das Wissen der betroffenen Patienten.
Warum ist das wichtig
Künstliche Intelligenz kann einen grossen Beitrag für eine gesündere Gesellschaft leisten. Fortgeschrittenen Algorithmen und Deep Learning werden zu wichtigen Entscheidungshelfern für Ärzte, wenn es darum geht, eine optimale Behandlung für ihre Patienten zu finden oder um chronische Krankheiten zu behandeln und die personalisierte Medizin voranzutreiben. Microsoft etwa versucht in Zusammenarbeit mit Novartis und der Hilfe von künstlicher Intelligenz, effiziente Lösungen für die Entwicklung neuer Medikamente zu finden. Und Apple will dank ihren Smart Watches, die in Echtzeit Herzdaten auf ihre Server übermitteln, Herzrhythmusstörungen besser erkennen können. Das Feld der Anwendung ist gross – so aber auch die Hürden, die noch genommen werden müssen.
Die Globalance Sicht
Bessere Behandlungsmethoden und Diagnostiken, die erfolgreiche Behandlung von chronischen Krankheiten oder die personalisierte Medizin: Die künstliche Intelligenz kann das Gesundheitssystem revolutionieren. Die Tech-Firmen müssen aber lernen, dass die Medizinbranche anders tickt, als die meisten Gesellschaftssystemen und dass es dabei Fingerspitzengefühl braucht, um das Vertrauen der Menschen zu gewinnen. Gelingt ihnen diesen Balanceakt, bietet sich grosses Potential, für die Gesellschaft und für Anleger.
